Psyche und Haut

Vielleicht bin ich schon alt? Früher regte ich mich immer mal über „die Alten“ auf.
Das kennen Sie sicher?
Die älteren Leute wußten Vieles besser(zumindest dachten sie das). Der Witz ist, dass aus meiner Perspektive, der eines Menschen von weit über die 50, plötzlich die Ansichten meiner Oma etwa gar nicht so verstaubt waren.

Dennoch zu 100%: jeder Mensch, jede Generation kreiert Neues. Jeder darf und muß seine eigenen Erfahrungen machen, um mitreden zu können.
Und da ich oft durch die „Therapeuten-Brille“ sehe und auch meinem Erfahrungsschatz immer neue Kapitale hinzugefügt werden, möchte ich etwas mit Ihnen teilen.

Entwicklungen lassen sich nicht aufhalten. Aber sie sind nicht immer in jeder Hinsicht unkritisch zu bewerten.

Ich streite mich gerne mal wieder mit einer lieben befreundeten (vor allem jüngeren) Kollegin. Sie ist Germanistin und möchte das „Sie“ in der deutschen (Umgangs-)Sprache gerne abschaffen.

Mir dahingegen sind einige Fälle bekannt, die sich im Alltag abspielten, wo das „Du“ einfach eine Grenzverletzung war.
Und weil ich viel mit Erkrankungen der Haut:

  • Ekzemen
  • Allergien
  • Neurodermitis
  • Psoriasis

zu tun habe, möchte ich das Erlebte näher erklären.
Unsere Haut betrachten wir in der Ganzheitsmedizin als das Grenzorgan des Menschen.
Weil die Haut ein großes Thema ist, findet derzeit der 2. Hautkongreß statt:

( Der Kongreß ist übrigens von einem sehr jungen Menschen organisiert worden)

Also Grenze..
Wenn unser Unbewußtes sich verletzt und in eine Ecke gedrängt fühlt, reagiert immer irgendwann auch der Körper als Ausdrucksebene des Unbewußten.

Sie kennen mein Motto?

  • „Ausnahmslos jede Erkrankung (auch die jede Hautkrankheit) entsteht auf einer nichtmateriellen Ebene“

Sprache ist immer auch eine Ausdrucksform, wie wir Dinge die uns bewegen, also auch im Inneren, nach außen bringen.

Komme ich z.B. in einen Laden in der Innenstadt , möchte ein Produkt kaufen und werde gleich in einer einstudierten „Spontanaktion“ von einer pflichtgemäß begeisterten jungen Dame kreischend (weil ihr Gehör durch die Benutzung von ohrnahen Kopfhörern geschädigt ist) mit den Worten überfallen:

„Halloooooooo, ein schöner Tag heute. Hast Du schon eine Wahl getroffen oder kann ich Dir ein tolles Produkt empfehlen? Es gibt da jetzt gerade „XY“ im Angebot. Oder auch diese coole, geile, abgespacete „ABC“ nur heute so günstig!“
Dabei sieht sie mich weder an, noch zeigt mir ihre Gestik, dass sie wirklich Interesse an mir als Käufer hat. Meine Frage, ob wir uns kennen, versteht sie nicht. Und weil ich ihr helfe und präzisiere: „Weil Sie mich Duzen“, kehrt sie mir den Rücken und geht.

Das „Du“ kann in unserer Sprache als eine Annäherung verstanden werden.
So lange es die Form des „Sie“ noch gibt, die einen Abstand schafft, der beim ersten Kennenlernen oder in einer offiziellen Situation erwünscht sein kann, sollte man das respektieren.

  • Besonders junge Menschen leiden überverhältnismäßig viel an Ekzemen.
  • Im Hintergrund dieser Erkrankung steht das Thema „Grenze“ und „Berührung“.

Sprache ist die erste Berührung/ Begegnung zwischen zwei Menschen. Wenn wir im allerersten Moment die unsichtbare Grenze überschreiten, vor allem dies ungefragt tun, besteht die Gefahr, diese zu verletzen.
Wie wir festgestellt haben, erfährt unser Unbewußtes die Haut als Grenze. Wir diese Grenze überschritten, kann eine Hautkrankheit das Resultat sein.

Meist sagt uns unser Gegenüber recht schnell, ob das „Du“ nicht einfacher wäre. Und schon ist die Sache erledigt.
Aber ungefragt eine Grenze zu Überschreiten ist nicht nur ziemlich plump, sondern kann ungeahnte Folgen haben, die in der Aufsummierung Menschen krank machen.

Bleiben wir doch mal beim „Sie“ und freuen uns über die Annäherung ,wenn das „Du“ vereinbart wird.

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